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Letzte Änderung: 21.10.2004
Berichte: ==>>

Urspringen- jedes Jahr für eine Überraschung gut

(Erfahrungsbericht von Anja Schipper, Dittlofsroda)

 Also am Besten fange ich einmal an mit den Vorbereitungen. Da wir dieses Jahr mit fünf Pferden aufgebrochen sind, war für mich persönlich der Stress fast doppelt so groß. Jetzt wo mein eigens Pferd auch mitfahren konnte, wollte ich natürlich den guten, zuverlässigen und turniererprobten Hagnarsson nicht Zuhause lassen. Zwei Pferde vorzubereiten und das ganze Sattelzeug zu putzen ist schier unmöglich, wenn man „nebenbei“ auch noch in die Schule muss und dann am Abend vorher noch brav auf der Jahreshauptversammlung erscheinen will. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken die mich bei der Vorbereitung so gut unterstützt haben, wobei es jetzt den Rahmen des Artikels sprengen würde, alle zu erwähnen, aber ohne euch wäre das alles unmöglich!

Wir hatten uns natürlich vorher auch alle über das Wetter unterhalten und ich hatte im Internet recherchiert, dass es Dauerregen geben würde und nur zwei Stunden Sonnenschein zu erwarten wäre. Deshalb kamen natürlich gleich Ersatzsocken und, wie ich gehört habe bei manchen sogar Thermohosen ins Gepäck. Zugegeben Sonnencreme hatte ich auch dabei, aber das war eher, um das Wunschwetter auszudrücken. Andere hingegen haben nicht nur Sonnencreme eingepackt, nein, sie haben sogar schon Spaghetti-Träger-Tops angezogen, um möglichst braun zu werdenJ.

So, die anderen drei Pferde vom Zeitzhof, die auch mitgefahren sind, möchte ich natürlich auch erwähnen, denn auch sie wurden fleißig vorbeireitet. Die übrigen Pferde mussten direkt vor dem Turnier für die Reisenden im normalen Reitunterricht einspringen.

Am Samstagmorgen wollten wir ja eigentlich um sieben Uhr aufbrechen. Claudia war auch überpünktlich schon um sechs Uhr am Stall und hat alles gepackt und noch mal schnell die Ausrüstung gesäubert. Um 6.40 Uhr bin ich dann auch mit den zwei Wallachen Orri und Hagnarsson am Stall erschienen, die haben sich auch schon auf die Reise mit den drei schicken Damen gefreut, aber oh Schreck, wo sind denn der Pferdhänger, Micha und Thomas? Wenige Minuten nach meinem Eintreffen kam dann auch Micha an und erzählte uns, dass Thomas bis eben noch im Bad war und jetzt den Reifedruck am Hänger überprüft. Mittlerweile war es auch schon kurz nach sieben und Xenia und Anna meine Mitreiterinnen sorgten noch für den Feinschliff im Pferdefell.

Irgendwann so um 7.20Uhr war dann auch alles verstaut und wir konnten losfahren. Da ich mit Hildegard im Pkw ohne Hänger unterwegs war, trafen wir zuerst in Urspringen ein. Ich hetzte an die Meldestelle und wurde schon ganz nervös, denn die ersten Teilnehmer ritten schon ihre Pferde warm und ich musste verkünden, dass ich noch auf die Ankunft der Pferde warte. Zum Glück gab es neben ein wenig Gespött auch tröstende Worte und da erschien auch schon der Hänger am Horizont, was für eine Erleichterung.

Jetzt wurden noch schnell Paddocks aufgebaut und dann nichts wie auf die Pferde. Die Prüfung an sich lief bei Xenia auf Asta und Anna auf Otra zum Glück so gut, dass sie am Nachmittag wieder aufsatteln durften. Orri und ich, na, ja sagen wir mal so, an uns können sich bestimmt einige erinnern, denn an sich war der Kleine ja ganz vernünftig, nur der Galopp, der für seine Verhältnisse im normalen Tempo stattfand, kürzte er des Öfteren über den Rasen ab. Da wir durch die Kurven gesaust sind und es wohl recht spektakulär ausgesehen hat, waren einige Zuschauer der Meinung er sei „ganz schön durchgegangen“. Der Trab war halt dann leider auch erst nach dem Galopp zu sehen, aber dafür war es seine erste Prüfung auf seinem ersten Turnier. Mit Hagnarsson hat es dann leider auch nicht ganz gereicht, aber da muss ich ihn in Schutz nehmen, denn der Fehler lag bei mir.

Tja, die Töltprüfung durften wir dann auch noch im Trockenen reiten, da hat sich dann auch Orri nochmals richtig angestrengt und hat es mit mir bis zur Endausscheidung geschafft. Leider sind sowohl Xenia auf Gletta und Anna auf Otra, als auch ich mit Hagnarsson „gescheitert“.

Nach der Töltprüfung fing dann der Dauerregen auch schon an und wurde erbarmungslos vom Rhönwind begleitet. Es wurde also leider richtig ungemütlich. Anna und Xenia sind dann noch tapfer nach der Mittagspause und der Geschicklichkeit ihre Viergangendausscheidung geritten. Auch die Halfterklasse haben sowohl Hildegard und Hagnarsson, als auch ich und Orri noch tapfer überstanden.

Danach ging es dann auch ziemlich aufs Gemüt, Xenia und Anna sind nach Hause gefahren, um noch für die bevorstehende Chemiearbeit zu büffeln und haben vorher ihre Pferde, die von der Endausscheidung kamen, in den Hänger gestellt. Als ich mit Orri von der Halfterklasse kam und ich dann mit ihm, wieder gut eingedeckt, im Windsschatten vom Hänger stand zitterte er immer noch kräftig. So entschloss ich mich - hin und her gerissen von meinen Gefühlen - doch lieber vorzeitig heim zu reisen, um mein Pferd zu schonen und nicht noch eine Lungenentzündung oder ähnliches  „nur wegen einem Schleifchen“ zu riskieren. Wir waren alle klatsch nass geregnet und den kalten Wind aus der Rhön sind wir doch nicht gewohnt. Als wir dann alle zusammen schnell eingepackt hatten und nach Hause gefahren sind, haben wir uns schon gefreut, als wir einem strahlend blauen Himmel entgegenfuhren. Doch als wir in unser Dorf einfuhren, öffneten sich die Himmelsschleusen und ein tosendes Gewitter brach über uns herein. Thomas hat deshalb erst einmal unseren Stall angefahren und Hildegard ist mit Hagnarsson mutig in den schützenden Stall gestürmt, Claudia stand neben Orri im Hänger und überlegte, ob sie jetzt wirklich nochmals nass werden wollte. Doch da kam die Rettung: Micha riss den Führstrick an sich und rief „ich habe meine original Island- Regenhose an, da werde ich nicht nass“ und flitzte Hildegard hinterher in den Stall.

Nun mussten noch die drei Stuten heimgebracht und gut versorgt werden. Anschließend wurde in der Sattelkammer nochmals ordentlich eingeheizt und wir ließen dort den Abend noch gemütlich ausklingen. Natürlich haben wir über die vielen Eindrücke geredet und viel gelacht.
Was ich wirklich schade finde ist, dass man als Teilnehmer so wenig von den anderen Prüfungen mitbekommt, wenn es nur ein eintägiges Turnier ist.

Aber ich habe wieder einiges dazugelernt, auch wenn die Konkurrenz in Urspringen dieses Jahr richtig gut war und das Wetter nicht ganz so mitgespielt hat. Wir, und damit spreche ich für alle, freuen wir uns schon wieder auf das nächste Jahr, denn Spaß hat es auch diesmal wieder gemacht und das sollte schließlich im Vordergrund stehen!

Alle Ergebnisse könne auf der Homepage des IPZV-Unterfranken nachgelesen werden: http://www.ipzv-unterfranken.de

 

(©Anja Schipper)